Sonntag, 5. Dezember 2010

26.11. - 4.12. Picton bis Wellington

Abends gabs dann noch ein gutes Abendessen a lá Schweinfurt/Hambach (Nudeln mit Tomatensoße) ;) und dann gings ab in die Falle. Am Morgen des 27. Waren wir schon früh wach, was sich super traf, denn wir wollten heute den Farmer Market durchbummeln. Das Poster versprach frisches Obst & Gemüse, örtliche Künstlereien, und allerlei anderem Krims Krams. Wir sahen uns ein wenig um, kauften uns einen frisch gepressten Orangen-Zitronen-Saft und nahmen eine Kostprobe vom regional hergestellten Apfelsaft, dessen Kauf wir bei 6$/Liter dankend ablehnten und schnell weiter schlenderten. Außerdem haben wir ein paar Avocados gekauft - wir haben dermaßen Verschleiß an den Dingern, das ist der Wahnsinn. Die gibt’s bei uns mit Salz + Pfeffer fast jeden Tag als Aufstrich aufs Brot *hihi*. Ja und nach dem Mark sind wir weiter gefahren nach Picton, von wo es schließlich auf die Nordhalbinsel gehen sollte. Dort angekommen ließen wir uns noch für einige Zeit in einem Café nieder mit dem seltsamen Namen (Frogs&Dogs) .. Naja, wem’s gefällt ;). Picton an sich ist ein süßes Städtchen. Sehr touristisch, was ja auch verständlich ist, da hier die Fähre zwischen Nord- und Südhalbinsel täglich ein und aus geht. Aber der doch relativ kleine Hafen wird von einem schnuckeligen Park mit Spielplätzen & Planschbecken für die Kids und einigen Picknikbänken (an denen es hier in Neuseeland bei wahrem nicht mangelt) für die hungrigen Selbstversorger wie uns ;) und riesigen Grünflächen die schon förmlich zum Volleyball spielen einladen, von der kleinen aber feinen Innenstadt getrennt. Wobei Innenstadt eher eine Einkaufsstraße ist & eine mit Cafés. Aber irgendwie haben wir uns bisschen in die Stadt verliebt, kann auch daran liegen dass hier in Picton die Sonne sich von ihrer schönsten Seite gezeigt hat als wir da waren :D Etwas außerhalb fanden wir ein tollen Platz zum schlafen mit Blick auf den Queen Charlote Sound und die Stadt.
Da neben uns sogar noch eine Piknickbank stand nutzten wir die Gelegenheit am nächsten Morgen und Frühstückten mal wieder sehr ausgiebig und genossen den Ausblick. Für heute hatten wir uns eine Wanderung vorgenommen, die 3 Stunden dauern sollte und uns an einen super Aussichtspunkt über den Queen Charlote Sound bieten soll. Zu unserer Enttäuschung war der Blick nicht sehr viel anders als der den wir von unserem Schlafplatz aus hatten, nur eben von einem anderen Punkt aus betrachtet. Aber machte nichts. Die Strecke war zwar anstrengend zu laufen aber durch schöne Natur (wie eig. Alle Wanderwege hier). Unser restlicher Tag verlief ganz nach unserem Geschmack. Wir lümmelten eig. den ganzen Tag nur im Park rum und spielten Volleyball, beobachteten die Leute (wieder sau viele Deutsche) und ließen die Seele unter der warmen Sonne baumeln. Und weils so ein besonderer Abend war (nämlich der letzte auf der Südhalbinsel) und wir außerdem unseren entspannten Tag auf keinen Fall durch Koch-Stress kaputt machen wollten, entschlossen wir uns schön was essen zu gehen. Nach ein paar Minuten fanden wir auch schon ein Restaurant mit Meerblick vordem eine Jazz-Band (in ihren Anfängen) ein paar Songs trällerte. Ich entschied mich für Muscheln, ganz frei nach dem Motto “Wenn scho’ denn scho’! Nur leider war das ein Fehler. Ich kleines dummes deutsches Stadtkindchen kenne ja nur die Muscheln dies bei uns gibt beim Italiener, diese 5-6cm großen schwarzen Miesmuscheln. Als die vom vielen Betrieb sichtlich genervte Bedienung dann den Pott mit den mutierten Muscheln vor mir abstellte war ich etwas erschrocken. Die Dinger waren verdammt groß 0.o  Locker 10-12 cm und nicht schwarz sondern beige/grün. Wuuuuah. Und der Teil den man dann letzten Endes aus der Schale pickt und isst war auch ziemlich groß und sah mir irgendwie zu sehr nach Tier aus. Da war innen sogar so was wie ‘n Magen?! Keeine Ahnung. Mich hats davor so geekelt dass ich (leider) keine runter gebracht habe und den Teller völlig unangerührt stehen lies. Total verärgert über mich selbst und sauer um die 22 verschwendeten Dollar trottete ich Maks nach, der uns eine Pizza geholt hat, die uns den Abend rettete ;)) Essensmäßig gut getröstet! Weil uns die Sandflys inzwischen fast auffraßen machten wir uns ab in die Emma und fuhren zu dem Platz wo wir gestern schon gepennt hatten. Dort stand inzwischen schon noch ein Campervan mit einem Päärchen aus Österreich mit dem wir uns am nächsten Morgen beim Frühstück etwas austauschten. Und so dauerte das Frühstück ein bisschen länger als gewohnt und schwupps war es 12 Uhr und wir standen in der Schlange des vehicle-check-in von der Fähre die um viertel 2 losfahren sollte. Kurz vor Abfahrt waren wir dann auch an Board und schauten uns in der Fähre, die mit 2 Kinos, 5 Restaurants&Bars und einigen mehr Spielereien mörderisch gut ausgestattet war. Doch es half alles nichts und nach 20 Minuten Fahrt lag ich in der Confort Abteilung und wusste alle Plätze im Umkreis von 10 Metern in denen Kotztüten verstaut waren. Nur für den Notfall. Und so quälte ich mich durch die 3,5 Stündige Bootsfahrt ganz ohne auch nur einen Blick vor die Tür zu werfen, Maks schloss mich im Zweiteren rücksichtsvoll an. Endlich in Wellington angekommen traf mich persönlich erstmal der Schlag. Eine Großstadt wie man sie eher in Amerika als in Neuseeland erwarten würde. Vier spurige Straßen, Hochhäuser und viele viele Menschen. Wir waren scheinbar von der Menschenleere der Südhalbinsel soweit entwöhnt das uns eine normale Bevölkerung schon denken lies wir seien in China. Aber nach in paar Stunden im Großstadtjungle war der erste Überblick verschafft und wir fanden gefallen an der Stadt und ihren vielen kleinen Cafés, Bars und Geschäften. Ein Irish Pup mit Live Musik war unser Endziel des Abends.
Hier in der Hauptstadt war weder das parken noch das Schlafplatz finden einfach. Wir haben uns dann in der nähe des Wellington Zoo’s niedergelassen, wo wir ebenfalls einen tollen Ausblick über die Stadt hatten. Und somit führten uns unseren ersten Schritte am 30.Nov als aller erstes in den Zoo, wo wir dann unseren ersten Kiwi von nahem und im Tageslicht sahen. Auch wenn der arme Tahi nur ein Bein hatte (hatte vor jahren sein zweites in einer Opossumfalle verloren) war es schön mal einen zu sehen. Etwas schüchtern humpelte er immer hinter die Blumentöpfe aber man konnte ihn schon schön betrachten. Außerdem haben wir ein Tuatara streicheln. Maks riskierte gleich mal einen Finger, da er ihn am Köpfchen streicheln wollte, aber da griff der Zookeeper schnell ein. Mir persönlich hat das Giraffen füttern gefallen. Wow die Fiecher haben endlos lange lilane Zungen *wääh* Aber war lustig. Was noch toll zu sehen war, waren die Schimpansen. Wir hatten das Glück ein junges zu sehen, das aber immer gut von seiner Mama beschützt und abgeschirmt wurde. Hat Spaß gemacht J
Danach haben wir uns mal im I Site umgesehen und noch bisschen durch die Cuba-Street geschlendert und in einem total tollen organic Café die Zeit vergessen. Als die Uhr erstaunlicher weiße dann schon 9e schlug machten wir uns ab zu dem Platz wo wir schon die letzte Nacht verbracht hatten. Nicht aber weil es dort so supertoll war, viel mehr waren wir schon froh gewesen nahe der Innenstadt einen solchen Platz gefunden zu haben und wollten uns nicht erneut auf die Suche machen. Am nächsten Morgen war mit dem 1.Dez. offiziell der Sommer eingeläutet und wir genossen unser Frühstück am Fuße eines kleinen Parks. Nach dem morgendlichem Kaffee verdrückte Maks in einem kleinen süßen Café einen Cashew-Burger (super lecker) und ich traute mich wieder an was aus dem Meer heran. Die Calamari war auf einem griechischen Salat angerichtet und kalt - damit nicht wie gewohnt, aber trotzdem sehr lecker. Und an dieser Stelle nochmal zum Parken - noch einige km außerhalb des City Centers musste man Parkgebühren zahlen. Auch das waren wir nicht gewöhnt und so kam es und wir hatten unseren ersten Strafzettel über putzige 12$ während wir nichts ahnend schon die zweite Stunde auf dem Parkplatz für 60Min parkten (hatte uns bis jetzt nie Probleme gemacht). Und so machten wir uns auf den Weg aus dem Großstadtfieber in Richtung Cape Palliser. Östlich von Wellington gelegen beeindruckt diese Gegend mit ihren Stränden, Steilküsten und den darin lebenden Robbenkolonien. Wir haben wieder einige gesehen und diesmal sogar ganz kleine die miteinander spielten und größere die fröhlich in den Wellen tanzten. Wenn die Dinger nur nicht so stinken würde ;o
Ein paar km weiter war die Straße dann zu Ende und ein Leuchtturm thronte auf einem kleinen Hügel. Wir stapften die exakt 249 Stufen zu ihm hoch und genossen den Ausblick auf kleine Strände mit schwarzem Sand und steinige Küsten an denen die Wellen bis zu 3m hoch zerschellten. Sichtlich geplättet machten wir uns wieder auf den Weg nach unten und jagten Emma nordöstlich bis nach Martinborough, ein kleines Städtchen in der Weinregion. Dort lasen wir uns in einem Park nieder, der eher einer riesigen Verkehrsinsel glich und dem entsprechend alle 3 min ein Auto unmittelbar an unserem “Esszimmer” vorbei schürten. Aber nichts desto Trotz haben wir unseren Reis mit Curryähnlicher Soße genossen J
Am nächsten Tag (2.12) wollten wir uns im örtlichen Pool mal wieder der Körperhygiene zuwenden, wurden jedoch unfreundlich darauf verwiesen dass das Duschen alleine hier leider  nicht möglich sei. Und da ich Heldin mein Bikinioberteil irgendwo (wahrscheinlich in Nelson) im Baum hängen gelassen hatte hätte sich der volle Eintritt nicht gelohnt. Und so fuhren wir weiter, die Stadt war ohne hin nicht der Renner und so winzig, dass wir nach einem halben Tag das Gefühl hatten alles sehenswerte gesehen zu haben. Nächster halt war Masterton wo wir Donnerstag Abend die meisten Läden leider geschlossen auffanden fanden wir nach kurzer Suche im Wohngebiet schon unseren Schlafplatz mit dem Vorsatz uns morgen mal genauer umzusehen. Das taten wir und Maks bewies erneut seine Gedult bei der Bikinisuche - leider bis jetzt Erfolglos -.- Aber Schuhe waren drin ;) Also wenigstens ein schwacher Trost für mich. Nun gut, und dann kam das, was kommen musste - Maks entdeckte einen Skatepark. Da dieser praktischer weiße genau gegenüber vom Schwimmbad war in dem uns das Duschen allein gestattet war (haha, blödes Martinborough) machte ich mich schon mal unter die Dusche während Maks ein paar Kickflips später auch duschen ging. Komischer Weiße waren wir zeitgleich draußen ;)
Wir setzten uns endlich mal wieder frisch geduscht noch für 2 Stunden in ein Irish Pup (von denen es hier tausende gibt) und machten uns an den Blog. Mensch und man glaubts kaum wir kommen voran mit dem Schreiben J.
Am nächsten Tag fuhren wir nach dem Frühstück gleich weiter nach Dennevirke von wo aus gerade die letzten Zeilen verfasst werden :p Jetzt ist es 4 Uhr und wir sitzen in einem Café von einem dänischen Mann, der uns unbedingt sein “gutes” Deutsch beweisen musste und uns etwas aufhielt. Naja. Die nächsten Tage schauen wir uns Napir und Umgebung an, soll ziemlich schön sein dort.
Wir sehen zu dass wir die nächsten Tage nicht mehr so vor uns her schieben und wieder etwas zeitnäher blogen J
Soweit so gut. Ganz ganz liebe grüße aus der prallen Sonne in den Tiefschnee :p
Maks & Nina (text)

p.s. Ok ein bisschen beneiden wir euch schon um den Schnee, der einfach zum Weihnachtsflair beiträgt. Rot gekleidete, schwitzende Straßenmusiker, die in der prallen Sonne “Stille Nacht” trällern schaffen es einfach nicht diese gewisse vorweihnachtliche Stimmung aus uns raus zu kitzeln. ;)

Strand von Nelson

Unser Schlafplatz in Nelson

Picton 

Snout Track mit Blick auf Queen Charlotte Sound

Giraffenfütterung im Zoo Wellington

Ein echter (einbeiniger) Kiwi

Kommentare:

  1. Hey ihr beiden ;)

    ihr seid echt beneidenswert, sau geile Landschaft mit offensichtlich gutem Wetter...

    ...und fette Aktivitäten! Das Fallschirmspringen müssen wir in Deutschland wiederholen!

    Musste oft an dich denken Max, da wir am Freitag zum Nachtboarden nach Oberhof fahren. (Mit Apré Ski!) Wärst dabei gewesen nehme ich an;)

    Lass uns mal einen Termin ausmachen wann wir mal Telen, hab schon 2 Euro an eure Mailbox verloren xD

    Kannst mir ja einfach ein Mail machen wanns euch passt und wann der Max sein Handy an hat.

    (Michael@Disparim.de)

    Grüße aus dem nasskalten Deutschland

    Michi

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  2. Hey ihr Ausreißer!
    Was heißt hier - ob es sich lohnt zu schreiben ?!? Ihr treibt euch im herrlichen Neuseeland rum und wir frieren hier im a....kalten Germany. Hatten heute Nacht 25! cm Schnee. (kein Witz) Hatten wir aber schon lange nicht mehr. Ihr könnt schwitzen und im Schlamm baden, aber soooo einen schönen Schnee habt ihr nicht, so das habt ihr jetzt davon, Pech gehabt!
    Haltet uns nur weiter auf dem Laufenden, sonst verweigern wir Euch die Wiedereinreise!
    Viele Grüße - die Frierenden

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